Das Wetter ist heuer angenehm, nicht so warm wie 2011.
Ansonsten ist alles ist wie immer: Wir treffen uns vor dem Start im
dichten Gewimmel am Eingang Opernhaus,
30min vor dem 10km-Start um 11.30 Uhr. Jeder hat sein Orange-Shirt (=Startberechtigung)
an, den
Zeitmess-Chips am Schuh und wir sammeln uns am Ende des Feldes zum
Gruppenfoto. Fragen der Newcomer, und auch sonst gibt es immer so viel
zu erzählen, dass wir den Start nicht bemerken. Sowieso stehen wir noch
einige Minuten, bis sich der orangefarbene Stau auflöst.
Und los
geht's, gaaanz hinten und schön laaangsam. Das ist die perfekte Taktik
für jeden.
Als nach 500m das Startgetöse verhallt ist, laufen wir zu zehnt
nebeneinander auf der breiten Hauptverkehrs-Strasse der Stadt. Freue
Fahrt nur für uns, das gibt es nur 1x im Jahr. Dazu blauer Himmel und
Sonne. Bei km1 schaumermal, wer mit welchem Coach läuft? Das "dicke
Ende" teilt sich auf in verschiedene Tempos.
Mein routinierter Lauffreund Claus läuft mit, und 50m hinter dem letzten
Läufer plaudern wir mit Jürgen: "Mal sehen, was das dieses Jahr wieder
Lustiges wird? Mal sehen, wen wir begleiten?" Wer letzter Läufer ist,
das wechselt unterwegs. - Jürgen Fahrt ist mit außergewöhnlichen
Rädern seit dem 1. Stadtlauf 1995 Schlussfahrzeug: "Und das wird sich
auch in 20 Jahren nicht ändern".
Beim 10km-Lauf:
Den ersten Läufer müssen wir schon nach 3km in die Abkürzung schicken.
Er murrt nicht, hat ja überhaupt nicht trainiert. Er würde das Zeitlimit
sprengen. Jürgen begleitet ihn über die Brücke (3km kürzer) und kommt
zurück. Heuer ist alles unspektakulär, keine
absichtlich trödelnden Teenies
wie 2011, oder ein 90jähriger.
Wir laufen mit Sandra, aber nur 2km, denn beim km4-Anstieg auf der
Brücke überholt sie, weiter sehr konstant trabend. Tschüß! - Kurz darauf
(km5) stoßen wir auf "Ursel". Ursula Pfeiffer ist seit Geburt gehbehindert
und konnte vor ihrer gewagten Operation vor 5 Jahren keine 500m gehen.
Heute erfüllt sie sich einen Lebenstraum: "Ich habe mich für die 10km
angemeldet, und ich werde das schaffen". Die sehr kleine Ursel hat
unterschiedlich große Füße und Spezialschuhe, handgefertigt. Ab km 8
wird es hart, doch sie kämpft sich durch. Jürgen und ich tun unseren
Teil und unterhalten sie. Und es ist genial, wie Ursel "ihren Sieg" auf
den letzten 300m erlebt. Schmerzen, Freude und Stolz...
Mir wird wieder einmal bewusst: Nicht jeder kann laufen... "Hinten"
schreibt das Leben Geschichten, nicht vorne im Läuferfeld. Ich bin
glücklich, das zu erleben und sehr froh gesund zu sein.
Start
10km-Lauf
(alle Bilder
hier gratis im
Großformat bestellen)

Arbeitskollegen und Teamb-Bittel-Newcomer |

Peter Stallbaum + Klaus Herz: 75 + 68, aber es läuft
noch |

Zwei Down-Syndrom-Läufer Coaches
und Bernd Van Trill, der Organisator des Fürth-Marathon |

Sohn und Papa, "Querläufer" Jochen
|

Der "Besen-Jürgen" und ein Vereinskamerad |

Der jonglierende Ingbert Bittel + 2 seiner Kinder |

Schwer sich zu finden im Gewimmel am Start |

Schattenmänner (besser als der "Mann mit dem Hammer") |

Kurz vor dem Start: Gruppenfoto Team-Bittel und Freunde |
Unterwegs auf
10km

Gefolgt von den tänzelnden Schattenmännern geht Jongleur Ingbert
als Letzter los |

Das Läuferfeld ist schon davon geeilt |

Langsam angehen lassen |

Am Hauptbahnhof |

Anfeuern von meinem Teamkollege beim
Ironman 2006 |

Wir verlassen die Altstadt und das Publikum... |

...in der Allee am Prinzeregentenufer |

Die Schluss-Eskorte (mit Polizei) erreicht Sandra |

km2: Durchs Tunnel zum Wöhrder See |

Wir holen Helmut ein (links), der schon sehr schnauft... |

...und bald abkürzen muss |

Der Schluss-Biker ist selbst Marathonläufer |

Drüne am anderen See-Ufer laufen schon die Schnellen... |

...während wir bei km 3 Wasser tanken... |

...nett gereicht in Pappbechern |

Sandra unter der Brücke... |

..und bei km4 auf der Brücke. Sie ist nicht mehr Letzte... |

...ciao Sandra |

So, jetzt bin ich die Letzte, doch nur... |

...für ein paar hundert Meter, dann erreichen wir... |

...Ursel |

Jürgen auf seinem Besen-Fahrrad (mit Notsitz)... |

...ein Bussi für seine Frau (Helferin) |

Km6, es läuft weiter recht gut... |

...für die glückliche Ursel |

Noricus-Hochhaus... |

...und die Fontäne im See gegenüber |

Gemütlich kreuzt sie zum See hinüber... |

...zu den Enten |

Die liebe Mulu, schnellste Läuferin, die ich kenne (Helferin) |

Ursel und Besen-Jürgen... |

...unter den Brücken hindurch in die Altstadt |

Krakauer Turm |

Bunte Fußball-Käfige |

Staustufe der Pegnitz |
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Km8: Jetzt geht's steil hinauf... |

...das sticht |

Um die Lorenzkirche herum |

Vorbei am alten Nassauer Haus (12. Jhd.) |

Viel Applaus in der Fußgängerzone... |

...nach der Lorenzkirche |

Nürnberg ist Lebkuchen-City |

Km9: Ursel kämpft auf dem letzten km |

Das Opernhaus ist in Sicht |

Durch den Frauentorgraben an der Stadtmauer entlang |

Jetzt sind es nur noch 300m, an der Kehre... |

...bei km10: Ziel in Sicht |

Ursel hat Ihr Lebensziel geschafft! |

Völlig müde Füße, aber stolz + glücklich... |

...trifft sie Gert, den ich 2011 begleitete.
Nun löst sich beim Plaudern die Frage auf,
warum der Mann mit Hut sie begleitete:
Ciao Ursel, möge es weiterhin gut laufen! (Hier ihr
Blog-Bericht ) |
Jetzt 30min Pause, und
gleich geht es weiter zum Happy-End-Lauf Nummer 2: Start des Halbmarathons
ist
13:30 Uhr.
Hier zu
Bilder 21km-Lauf
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